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Der Verfasser sucht in die seelische Welt des Kindes einzuführen, sie von der Erlebniswelt des Erwachsenen abzugrenzen und die einzelnen Stadien aufzuweisen, die jedes normale Kind durchlaufen muß, um schließlich ein vollreifer Mensch zu werden. Nach einem breit ausgeführten theoretischen Unterbau werden dann verhältnismäßig kurz die Konflikte aufgezeigt, deren heilsame produktive Wirkung der Verfasser besonders unterstreicht. Mit Entschiedenheit wird die These verfochten, daß schwierige Kinder keineswegs die weniger wertvollen sind. In dem Artikel „Triebentwicklung“ referiert Eliasberg unter Zitierung der Literatur kurz über psychoanalytische Befunde und unterstreicht als richtig die von Freud in dem Geleitwort zu Aichhorn, „Verwahrloste Jugend“, niedergelegten Grundsätze für die Anwendung der Analyse in der Kindererziehung, während im übrigen die Stellungnahme des Verfassers zur Psychoanalyse zögernd, einschränkend und zum Teil unklar ist. Gegen Alfred Adlers Theorie von dem „Lebensplan und dem Machtstreben des Kindes“ polemisiert er. In einer Schlußbetrachtung, der sich einige praktische Fälle anschließen, werden auch legislatorische Anregungen, besonders zur Regelung des Verhältnissesder Kinder zu den Eltern nach geschiedener Ehe, gegeben.
Im ganzen ist zu sagen, daß die Schrift nicht das hält, was sie verspricht. Der Verfasser gibt zum Verständnis und für die Behandlung des schwierigen Kindes zu wenig. Leider begnügt er sich auch bei der Erörterung praktischer Fälle mit kurzen Bemerkungen, ohne auf die wesentlichen Probleme näher einzugehen.
Lotte Liebeck-Kirschner (Berlin)