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Wie in allen individualpsychologischen Schriften herrscht auch hier der Grundsatz, daß vor allem Selbstvertrauen und Mut des Kindes nicht gebrochen werden dürfen, und daß aufrichtige, selbstverständliche Stellung zur Sexualfrage geboten sei, Grundsätze, die uns zwar der Kompliziertheit des kindlichen Seelenlebens keineswegs gerecht zu werden scheinen, die aber gerade wegen ilirer Primitivität breiten Kreisen von Erziehern und Eltern verständlich sind und zweüellos einen wesentlichen Fortschritt gegen die früher übliche brutale Autoritätserziehung bedeuten. Andrerseits muß die oberflächliche Betrachtungsweise der Individualpsychologie zu schweren Beobachtungs-und Erziehungsfehlern führen. So wenn Lazarsfeld in ihrer „Sexualtheorie“ die Behauptung aufstellt, daß Kinder erst im Alter zwischen acht und zwölf Jahren Interesse für die Rolle des Vaters haben und als Beweis dafür typische, symbolisch verstellte Fragen der früheren Jahre anführt. Das Kind interessiere sich also vorher wirklich nur für Automobile. Dieses Unverständnis für die dem Volke völlig verständliche Symbolik ist nach so vielen Jahren analytischer Arbeit nicht mehr entschuldbar und die daraus resultierende Halbheit der Aufklärung folgenschwer.