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Das Heft bringt an führender Stelle die Festrede, die Federn anläßlich des 75. Geburtstages von Professor Freud im Wiener Rundfunk gehalten hat, die in würdiger Form zum Teil prägnant über das Wesen der Psychoanalyse referiert, zum Teil die persönlichen Ansichten des Redners über die kulturhistorische Bedeutung der Psychoanalyse ausdrückt.
Eine auch für den Psychoanalytiker sehr bemerkenswerte Arbeit ist die von Alice Sperber, die ihre Imagoarbeit über das Auftreten von Hemmungen bei Tagträumen durch eine schöne Analyse der Novelle „Der Vorzugsschüler“ von Ebner-Eschenbach ergänzt, wobei sie Gelegenheit findet, die Eigenarten der Tagträume von Eltern über die Zukunft ihrer Kinder herauszuarbeiten. (Verwechslung von Wunsch und Realität, Nichtgeheimhaltung der Phantasien, besonders gesteigerter Allmachtsglaube und weitgehende Einflußnahme des Tagtraumes auf die faktische Realität dank der realen Macht der Erwachsenen über das Kind.)
Alle übrigen Arbeiten dieses Heftes sind aus der Praxis geschrieben. So teilt Pfister ein Gutachten mit, das er über einen jugendlichen amerikanischen Psychopathen abgab, der trotz aller Bemühungen von Polizei und Fürsorgebehörden nicht nur immer wieder als Dieb rückfällig wurde, sondern schließlich auch einen Totschlag beging. Der psychoanalytische Blick des Autors erkennt die Besonderheit seines Ödipuskomplexes, insbesondere den ewigen aus dem Vaterkomplex quellenden Kampf. Über die Prognose einer eventuellen psychoanalytischen Behandlung äußert sich Pfister sehr optimistisch. — Von Zulliger erfahren wir eine in unnachahmlicher Intuition bewerkstelligte Exploration einer kleinen Lügnerin und Tagträumerin, die durch das Milieu aufgezwungene Phantasien vom Charakter eines „Familienromans“ erkennen läßt; Zulliger riet (eine Analyse war nicht möglich) zu einem Milieuwechsel, der auch vollen