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Die uns bekannten Quellen der Sexualhemmung stammen aus dem Kastrationskomplex und dem Ödipuskomplex; das gilt für den Mann ebenso wie für das Weib. Das Wort „Sexualhemmung“ soll hier den Zustand bezeichnen, der nicht mit neurotischen Symptombildungen einhergeht und der die erschwerte Sexualbefriedigung, beziehungsweise eine ganz gestörte oder eingeschränkte Liebesfähigkeit beinhaltet. Diese Hemmung kann verschiedene Grade und Formen annehmen, angefangen von völliger Unfähigkeit den Sexualtrieb zu befriedigen, ja ihn sogar überhaupt als bewußten Drang und als Sehnsucht zu empfinden, bis zu jenen Formen, in denen Empfindungs- und Befriedigungsmöglichkeit wohl vorhanden sind, aber nur unter bestimmten mehr oder weniger einengenden Bedingungen. Als Beispiel sei hier nur an die so häufige Bedingung des erniedrigten Objektes beim Manne erinnert.
Es liegt nicht im Plane dieser Arbeit, von verschiedenen Formen der weiblichen Frigidität zu sprechen. Diese deckt sich in ihren unbewußten Determinanten weitgehend mit der Impotenz des Mannes, hat ihre Quelle auch in den Schicksalen des Kastrations- und Ödipuskomplexes; ihr häufigstes Motiv ist der Protest gegen die weibliche passive Rolle, also jener Teil des weiblichen Kastrationskomplexes, den wir Männlichkeitskomplex nennen. Ich bin geneigt, die Tatsache der besonderen Verbreitung der Frigidität auf die masochistischen Strebungen der weiblichen Libido zurückzuführen. Die