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Im Vorwort der vierten und fünften Auflage der „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“ ( und ) konnte Freud rückblickend feststellen, daß, ungeachtet des wiederholt verkündeten Zusammenbruchs der psychonalytischen Lehre, auch nach dem Weltkriege „die rein psychologischen Aufstellungen und Ermittlungen der Psychoanalyse“ sich fortschreitender Anerkennung und Beachtung, selbst bei prinzipiellen Gegnern, erfreuen. „Das an die Biologie angrenzende Stück der Lehre“, fährt Freud fort, „dessen Grundlage in dieser kleinen Schrift gegeben wird, ruft noch immer unverminderten Widerspruch hervor“.
Inzwischen sind auch hierin unverkennbar Fortschritte erfolgt, namentlich auch auf Seiten der Kinderheilkunde, in der Friedjung seit Jahrzehnten als Vorkämpfer wirkte. Aber noch immer treffen wir in weiten ärztlichen Kreisen — mehr noch fast als bei Laien — auf einen starken, psychoanalytisch leicht verstehbaren Widerstand gegen die Anerkennung eben jener biologischen Tatsachen. Insbesondere ist es das Sträuben gegen Freuds Feststellung, daß das menschliche Kind etwa vom dritten bis zum sechsten Lebensjahr von Triebregungen, Wünschen und Phantasien erfüllt ist, deren Inhalt wir beim Erwachsenen in den sogenannten Perversionen wieder finden und der Sexualpathologie zuzurechnen pflegen. (Das kleine Kind ist „polymorph-pervers“ veranlagt.)
Das Verstehen der psychoanalytischen Theorie und ihre praktische Anwendung ist aber undenkbar ohne die Erkenntnis und die Inrechnungstellung gerade dieser biologischen Tatbestände. Daher wollen wir versuchen, durch den Hinweis auf andere unbestrittene biologische Tatsachen den Zweiflern jene Behauptungen der Psychoanalyse leichter annehmbar zu machen, den Stein des Anstoßes, den sie für viele bilden, aus dem Wege zu räumen, wenigstens für die unter ihnen, die einigermaßen bereit sind, auch subjektiv unlustvolle wissenschaftliche Ergebnisse in ihr geistiges