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Das Triebleben der Affen kann der Psychoanalyse für das Verständnis des Trieblebens des Menschen ein wichtiges Vergleichsmaterial bieten, wichtiger vermutlich als physikalische Erscheinungen oder biologische Verläufe an einzelligen Lebewesen. Die Affen stehen den Menschen am nächsten, und daß dieser Umstand wissenschaftlich nicht genügend verwertet wird, liegt wohl an dem „Narzißmus der kleinen Unterschiede“.
Soeben erschien ein Buch zur Psychologie der Affen, das an Ausführlichkeit und Verläßlichkeit der Beobachtungen wohl einzig dasteht; S. Zuckermans „Social life of monkeys and apes“.2 Die nachstehenden Ausführungen stützen sich zum größten Teil auf das dort dargebotene Material; vieles davon wird auch von anderen Forschern bestätigt, manches ergänzt. Das Material von Zuckerman bezieht sich hauptsächlich auf Paviane, die teilweise freilebend in Südafrika mittels starker Ferngläser, teilweise zwei Jahre hindurch am sogenannten „Monkey Hill“ des Londoner Zoologischen Gartens, einer Affenkolonie, wie sie jetzt an einigen zoologischen Gärten bestehen, von ihm bebeobachtet wurden: An einem künstlichen Felsengebilde bedeutenden Umfanges lebt eine größere Anzahl von Affen verschiedenen Geschlechts und Lebensalters unter Verhältnissen, die den natürlichen so nahe wie möglich kommen. Die Londoner Affenkolonie wurde im Jahre 1925 gegründet; den ursprünglichen Stock bildeten etwa hundert Paviane, mit Ausnahme von sechs Exemplaren alle männlichen Geschlechts, denen zwei Jahre später dreißig Weibchen zugesellt wurden. Diese Zahl schrumpfte im Verlauf der nächsten Jahre stark zusammen, teils durch Krankheiten, teils infolge erbitterter Kämpfe.
Die Familie besteht beim Pavian — aber auch bei vielen anderen Affenarten, so unter den Menschenaffen beim Gorilla — aus folgenden Mitgliedern: dem Männchen, das Herrscher und Gebieter in der Familie ist, einem oder mehreren Weibchen, deren Zahl von der „Dominanz“-Fähigkeit des Männchens abhängt, den Jungen, um die sich beim Pavian nur die