You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
„Nach der Jungschen Lehre ist das persönliche Unbewußte des Menschen, das Freud zuerst erforscht hat, in ein viel tieferes kollektives Unbewußtes eingetaucht und gehört zu ihm, so wie unsere bewußte Person ein Teil der äußeren Kollektivität ist“, heißt es im Vorwort zu einem der drei Märchen. In den Märchen selbst versucht der kürzlich verstorbene Autor etwas wie einen gefuhlsmäßigen Beweis für die Existenz dieses kollektiven Unbewußten, wie Jung es lehrt. Er beruft sich auf die Wirkung des Beginnes eines der Märchen auf literarisch erfahrene Personen. Seine Sekretärin z. B. habe danach die Nacht schlecht geschlafen vor Unruhe, wie die Geschichte weiterginge. Und daß das Märchen so wirke, ohne verstanden worden zu sein — es stammt aus Einfällen, die wie frei dem absichtslos sich ihnen hingebenden Autor kamen, durfte also auf Verständnis nicht gefaßt sein —, daß es also so wirkte, lasse sich uns dadurch erklären, „daß hier Vorgänge des kollektiven Unbewußten so weit ins Helle oder wenigstens in die Dämmerung gerückt wurden, daß darin allgemeine, viele angehende und von manchen schon geahnte un- und vorbewußte Zeitprobleme berührt worden sind“. Aber die Wirkung — sie war auf den Referenten nicht sehr stark und hat seinen Schlaf nicht zu stören vermocht — bedarf zu ihrer Erklärung nicht eines kollektiven Unbewußten. Es genügt, Freuds Aufsatz über „Das Unheimliche“ zu kennen und man weiß, woher sie kommt. Die Märchen strotzen von Sexual-, besonders Kastrationssymbolen. Das Großteil der unheimlichen Wirkung ist ihrer Verwendung unter animistischen Bedingungen zuzuschreiben. C. G. Jung versucht in seinem Vorwort zu dem Büchlein, vorsichtig im Urteil über seinen literarischen Gehalt, eine Deutung des ersten Märchens als eines rührenden und bescheidenen Ausdrucks einer alles ergreifenden und verwandelnden Initiation. Man kann leicht finden, daß dies der oberflächlichste Gehalt des Märchens ist, prospektiv gedeutet und anagogisch hervorgehoben. Sein weit stärkerer Erlebnisge