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Hier wird wieder einmal dem Unbewußten die Sinnhaltigkeit abgesprochen: Man „beweist“, Unbewußtes sei lediglich „undiszipliniert“, indem man das Entstehen von Fehlleistungen und Träumen — aus den Unvollkommenheiten der psychischen Funktionen (mangelnde Aufmerksamkeit, Unklarheit der Willensentschlüsse, Ausschaltung der Urteilsfähigkeit usw.) ableitet. Warum der Autor nicht merkt, daß er die Armut mit der Pauvreté erklärt und sich damit in grotesker Weise um das eigentliche Problem herumdrückt, verrät er uns sehr hübsch in einer seiner „Traumanalysen“:
„Ich befinde mich in einem Universitätshörsaal in München und hale den Eindruck der Vorlesung eines mir bekannten Professors, des Saales und der Studenten, so wie ihn mir damals alltäglich die Wirklichkeit bot. Plötzlich höre ich einige Studenten vor der Tür pfeifen. Ich gehe darauf zur Türe und schließe sie. Ich bemerke hier, daß diesem Traum kein wirkliches Erlebnis entsprach. Das einzige von wirklichen Erlebnissen, woran bei diesem Traum zu denken war, war eine Bemerkung Freuds, die ich in seinen „Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse“ gelesen hatte. Er verglich dort störende Studenten vor dem Hörsaal mit den andrängenden Komplexen. Wie der gewöhnliche Mensch andrängende Komplexe einfach verdrängt, so würde auch der Naive die Türe vor den lärmenden Studenten zusperren, ohne davon einen Erfolg zu haben, statt hinauszugehen und mit ihnen zu verhandeln …“
G. Bally (Zürich)