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Der Verfasser behandelt eines der interessantesten und aktuellsten Themen analytischer Sozialpsychologie. Die neugierige Erwartung des Lesers wird noch erhöht, wenn er außer vom Titel auch noch vom Inhaltsverzeichnis Kenntnis
nimmt. Militarismus, Monarchismus, religiöse Politik, Parlamentarismus, deutscher Vor und Nachkriegsnationalismus, Nationalismus anderer Völker, Zionismus, Paneuropa, Bolschewismus, Sozialismus sollen auf ihre verborgenen psychischen Hintergründe hin untersucht werden. Die Analyse Mussolinis, Poincares, Macdonalds, Masaryks und noch eine Reihe anderer Politiker wird uns versprochen und in einem Schlußkapitel „Prognose und Therapie“ soll ein Ausweg aus allen politischen Schwierigkeiten gezeigt werden.
Wie geht der Verfasser vor? Er beginnt mit einer ganz richtigen Feststellung: „Da die Politik sich mit Menschen beschäftigt, ist es wichtig, in Erwägung zu ziehen, inwieweit die Psyche des Menschen in der Politik entscheidend wirkt“ (S. 12). Anschließend an diesen Satz überrascht er uns mit einer fulminanten Feststellung: „Für die Politik ist fast alles aus den Lehren der Psychoanalyse bedeutsam. Sowohl wissenschaftlich, also theoretisch, als auch praktisch wird die Politik gänzlich umlernen müssen, sowie die Psychoanalyse in die politische Betrachtungsweise Eingang gefunden hat. Dies ist in diesem Buch auf verkürzter Basis geschehen“ (S. 12). Und weiter: „Seele, im Sinne der Psychoanalyse, bedeutet die Summe der Kräfte, die den lebenden Zellen des menschlichen Gesamtorganismus entstammen und die sich durch Symptome allein kundgeben“ (!) (S. 12). Nachdem noch einige mit ähnlichem psychologischen Tiefsinn angefüllte Seiten folgen, kommt der Autor zu einem Versuch, etwas über die Methode seiner Untersuchung zu sagen. Er unterscheidet „äußere Einflüsse und Bedingungen“, die „durch die Wirtschaftsform für jeden und alle gegeben sind“ und andrerseits die ebenso „hart fixierte und gesetzmäßig gegebene“ psychische Einstellung. Der Verfasser erhebt die Fo