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1. In der genannten Abhandlung unternimmt es Wälder, die latenten ontologischen Voraussetzungen der psychologischen Theorien freizulegen. Sein Unternehmen dient dabei nicht nur dem Interesse wissenschaftstheoretischer Klassifizierung, sondern es greift auch in die Diskussion über die Grundbegriffe der Psychologie, über die richtige Methode psychologischer Erkenntnis ein. Man
könnte nun fragen: Ist durch die Freilegung von latenten ontologischen Voraussetzungen irgend etwas für die Klärung der psychologischen Problematik zu erhoffen? Kann die Psychologie etwas von der Ontologie lernen? Selbst wenn man zugeben mag, daß ontologische Fragestellungen ihr eigenes Recht, ihren eigenen Sinn haben, könnte man bezweifeln, daß ontologische Einsichten irgendeine Streitfrage über psychologische Tatbestände zu klären imstande sind.
Aber Wälder unterstellt das auch nicht. Er will nicht fertig formulierte, dogmatische Sätze der Ontologie auf die Psychologie anwenden. Es kommt ihm nicht auf eine Theorie hinter der psychologischen Theorie an, sondern auf die menschliche Haltung, die sich in ihr bekundet. Das, was er unter dieser Voraussetzung versteht, ist nicht etwas, was man glaubt oder nicht glaubt, beweist oder widerlegt, sondern etwas, was man betätigt. Wälders Frage zielt nicht nach irgendwelchen metaphysischen Überzeugungen der verschiedenen Autoren, sondern nach den Grundsätzen ihres wissenschaftlichen Tuns. Somit müssen wir Wälders Absichten dahin charakterisieren, daß er sich vornimmt, von der „Angemessenheit“ der praktischen Einstellung der Seelenforscher ihrem Gegenstande gegenüber auf den Wahrheitsgehalt ihrer Theorien zu schließen. Es sei zugegeben, daß auch noch die „Angemessenheit einer praktischen Einstellung durchaus Ansichtssache ist. Aber die Angemessenheit einer praktischen Einstellung ist eben nicht etwas, was man durch ei