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Das vor 100 Jahren erstmalig erschienene Werk ist jetzt von Edgar Michaelis neu herausgegeben worden. Carus, Arzt und Maler, erscheint hier als ein Autor, der seine mit psychologischem Weitblick gesammelten Erfahrungen in einer Art Wesenskunde der menschlichen Seele, die auch heute Interesse beanspruchen kann, mehr oder weniger spekulativ zusammenfaßt. Der Herausgeber hat dem Werke eine Einführung vorange-stellt,
in der er auf die Beziehungen zwischen Carus und Goethe hinweist, das harmonisch abgeschlossene Lebenswerk von Carus dem von Nietzsche gegenüberstellt und sich mit Auffassungen von Klages auseinandersetzt. In einigen zum Teil recht lehrhaft gehaltenen Anmerkungen tritt er für Carussche Gedankengänge im Gegensatz zu anderen Betrachtungsweisen seelischen Geschehens ein und polemisiert dabei ebenso heftig gegen jede Assoziations-psychologie wie gegen die Psychoanalyse.
J. Haenel (Berlin)