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Diese Schrift stellt eine Auseinandersetzung eines protestantischen Theologen mit der Tiefenpsychologie dar, zu der er nicht nur die Psychoanalyse, sondern auch die Individualpsychologie rechnet. Der Autor ist überzeugt, daß die protestantische Seelsorge oder Seelenführung tiefenpsychologische Fachkenntnisse nicht mehr entbehren könne, doch dürfe sie andrerseits auf positive Zielsetzungen, Orientierung nach Wertgesichtspunkten nicht verzichten. In der Psychoanalyse sieht der Autor „eine auf der Grundlage naturalistischer Weltanschauung ruhende Erneuerung der Beichtpraxis“. Von der Grundlage seiner christlichen Weltanschauung kommt der Autor nur zu einer eingeschränkten Anerkennung psychoanalytischer Forschungsergebnisse, ohne daß der Leser die Überzeugung gewinnt, daß diese Einschränkung mit der christlichen Weltanschauung notwendig verknüpft sein müßte. Wenn der Autor auch die Lehre von den Verdrängungen, von den Fehlleistungen, von der Traumdeutung, der kindlichen Sexualität, der Bisexualität weitgehend anerkennt, so warnt er doch vor den Einseitigkeiten der Psychoanalyse. Er schreckt besonders zurück vor der Lehre des Ödipuskomplexes, die er „nicht nur die am heftigsten umkämpfte, sondern auch die grauenhafteste Lehre der Psychoanalyse“ nennt. Er möchte Eros und Agape, sinnliche und seelische Liebe, streng geschieden wissen, und eine auf die Libidotheorie gestützte Sublimierungslehre ist dem Verfasser wegen ihres Wertrelativismus suspekt. Aus der Lehre von der kindlichen Sexualität leitet der Autor die paUdagogische Forderung ab, daß das Kind vor allen Triebverführungen und vorzeitigen Reizungen bewahrt werden müsse, und daß religiöse