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Lewin versucht in dieser Arbeit, die psychologische Eigenart der Lohn-Strafe-Situation zu analysieren. Lohn und Strafe sind hier als pädagogische Hilfsmittel gemeint, um das Kind zu einem bestimmten Verhalten zu veranlassen. Den durch Lohn und Strafe beeinflußten Handlungen des Kindes stehen jene spontanen Äußerungen gegenüber, die aus dem Interesse an der Sache selbst entspringen.
Lewin meint, ein Verständnis für die Wirkung eines Eingriffes oder für ein tatsächliches Verhalten ist nur möglich, wenn man die Stellung des betreffenden Vorganges im Ganzen der jeweiligen konkreten Situation betrachtet „Und zwar ist eine begriffliche Ableitung des tatsächlichen Geschehens immer nur aus der Beziehung zwischen einem so gearteten Individuum und der besonderen Aufbaustruktur der jeweiligen Situation möglich. In der Arbeit und im Spiel, beim Ausdruck, in der Handlung, im Affekt, überall wird das wirkliche Geschehen von der jeweiligen Struktur der Umwelt mitbestimmt.“ (S. 5.) Deshalb bekommt die Aufgabe einer wissenschaftlichen Darstellung der psychologischen Umwelt eine fundamentale Bedeutung. Die Methode, die Lewin für die Erfüllung dieser Aufgabe als geeigneteste ansieht, ist die präzise topologische Abbildung der Gesamtstruktur der Situation. Die Topologie ist eine junge mathematische Disziplin, eine nicht metrische qualitative Zusammenhangslehre sehr allgemeiner Natur. Die Tatsache, daß die Topologie sich um die exakte Fassung von Begriffen, wie „zusammenhängend“, „getrennt“, „Grenze“, „zwischen“ usw. bemüht, macht sie für die Anwendung auf psychologische Probleme besonders geeignet. Der Aufbau der Situation, in dem Falle, wo das Kind aus Interesse an einer Beschäftigung etwas unternimmt, z. B. mit einer Puppe spielt, ist relativ einfach. Nach Lewins Terminologie ist für eine solche Situation charakteristisch, daß sie von einem positiven Aufforderungscharakter beherrscht ist. Wenn das Kind in seinem Streben, zu dem lockenden Spiel zu gelangen, auf Schwierigkeiten stößt, s