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Otto Rank unternimmt in diesem Buch eine „Untersuchung der psychoanalytischen Ideologie auf ihre pädagogische Tragfähigkeit“. In ziemlich ausgebreiteten Exkursen, die vor allem von soziologischen Gesichtspunkten aus unternommen werden, gelangt der Verfasser dahin, die Sexualerziehung des Kindes, als die ihm die psychologische, respektive analytisch eingestellte Erziehung des Kindes erscheint, zu verurteilen. Vor allem deshalb, weil die Erstreckung der Erziehung auf die Sexualsphäre sich als „tiefer Eingriff in die persönliche Freiheit des Individuums“ erweise. Die Sexualität sei das einzige Gebiet, das dem Individuum gleichsam zur Selbsterziehung und Selbstentwicklung überantwortet sei, und das Kind wache mit offenem Widerspruch oder geheimem Widerstand darüber, daß ihm diese einzige Sphäre der Selbstverwaltung nicht entzogen und wie alles andere „sozialisiert“ werde. Es sei in diesem Widerstand der Abwehrkampf des Individuums gegen die Kollektivisierung ausgedrückt. Dabei meint Rank, gegen die Anerkennung der infantilen Sexualwünsche durch die Gesellschaft, zumindest durch die analytisch orientierte Gesellschaft, auftreten zu müssen. Er übersieht dabei, daß er damit bereits offene Türen einrennt, daß die Phase der erzieherischen Triebbejahung, durch die eine analytisch orientierte Erziehungswissenschaft aus der Erkenntnis der überragenden Bedeutung