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Die inhaltlichen Darlegungen dieser Schrift wie ihre nationalpädagogischen Absichten können in dieser Zeitschrift nicht gewürdigt werden. Vielmehr ist hier nur interessant, an dieser Arbeit als einem weiteren Beispiel festzustellen, wie sich die Geisteswissenschaften heute zu unserer Wissenschaft einstellen. Auf Seite 132 führt der Verfasser aus: „Die Ergebnisse der neueren Tiefenpsychologie nnd nachgerade so weit gediehen, daß die literarwissenschaftliche Forschung
kaum mehr an ihnen vorbeigehen darf …“ In den Ausführungen, insbesonder über Hölderlin (in dem Kapitel: Gekränkte als Kritiker), deutet Schulze das traurige Schicksal des Dichters und seinen späteren Wahnsinn „tiefenpsychnologisch“. Er weist auf des großen Schwaben starken Narzißmus hin und hebt richtig die aggressiven Tendenzen hervor, die im allgemeinen für die Außen welt durch Melancholie verkleidet waren, gelegentlich aber in Gewaltakten kraß nach außen sich entluden. Wer die grundsätzlich menschenblinde „Forschungs“ -art der älteren Literarwissenschaft kennt, freut sich über solche Belege wachsender Aufgeschlossenheit. Im einzelnen ist jedoch das psychologische Material der Schrift nicht ausreichend, um den Standort des Verfassers, der einem psychologischen Eklektizismus zu huldigen scheint, genauer auszumachen.
E. Roellenlleck (Darmstadt)