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Gesprochen in der Trauersitzung der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft in Berlin am 13. Juni 1933
Meine Damen und Herren! In dieser Stunde, in der wir uns schmerzlich auf die Tatsache besinnen müssen, daß der schöpferische Quell aus Sándor Ferenczis Schaffen für die Psychoanalyse als Wissenschaft, als praktische Heilkunde, als Bewegung versiegt ist, übersteigt es das Vermögen eines Einzelnen, Ihnen den vollen Umfang des Werkes zu zeichnen, das von einer so überragenden und fesselnden Persönlichkeit uns als Vermächtnis hinterlassen wurde. … Sein Gesamtwerk ist ein Vermächtnis. … In dieser Tatsache liegt für uns Nachlebende Trost und Erhebung über die persönliche Trauer um den Verlust eines so gütigen und liebenswürdigen Menschen. Sein Werk ist für uns ein Vermächtnis … das will sagen: es ist die große leidenschaftliche Willenskundgebung eines Mannes, den wir als Führer liebten und der nun uns die Pflicht auferlegt des Weiterwirkens im Lebendigen auf Wegen, die er uns gewiesen hat. Alles, was er geschaffen hat, ist ja aus dem Leben gewonnen und nur für das Leben, für das Wirken, für die Wirklichkeit gedacht. Wie kühn auch seine spekulative Phantasie immense Perspektiven erschloß … von der Psychoanalyse des einzelnen Kranken zur Sozietät der Gesunden, bis zur Menschwerdung der Art aus der Gattung des Gesamt-Tierischen, schließlich zur kosmischen Schau einer Bioanalyse des Lebendigen … immer blieb er dem Objekt verhaftet, d. h. dem Mitmenschen, dem Mitleidenden, dem Mitstrebenden, für den er aus der Überfülle seiner Gaben schuf und schenkte. Trotz der Großartigkeit aber seines inneren Reichtums überfiel ihn nie die Hybris des Wissensberauschten, wie es so manchem anderen der Männer erging, die in unmittelbarer Nähe des Schöpfers der Psychoanalyse, als erste mit ihm, Niegesehenes entdeckten und dabei allzu schnell verdrängten, daß Freud sie erst sehen gelehrt hatte. Ferenczi betrachtete seine Gesamtarbeit stets nur als eine einzige große Leistung des Dankes an unse