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Die Instinktpsychologie McDougalls versucht auf Grund einer Reihe von spezifischen Grundtrieben, den vierzehn „primären Instinkten“, das gesamte tierische und menschliche Verhalten als Aufbau dieser Elemente zu erfassen. „McDougall würde zustimmen, wenn man feststellte, daß er dieses Prinzip des Instinktes ebenso zum Hauptgesetz des Psychischen macht wie der Physiker das Kausalitätsgesetz zum Urprinzip der anorganischen Erscheinungen.“ … Die vorliegende Arbeit stellt eine mit großer Sorgfalt und Respekt vor der Leistung McDougalls durchgeführte Kritik dar. Sie basiert ganz auf den psychologischen Anschauungen Lindworskys. Die dadurch bedingte Einseitigkeit kommt in erster Linie dort als Mangel zur Geltung, wo man eine prinzipielle Methodenkritik vermißt. Im Rahmen aber der Gegenüberstellung McDougall-Lindworsky ist die Kritik erschöpfend und zwingt den Leser, mit dem Verfasser einig zu gehen. Auch uns erscheint, wie ihm, die empirische Basis McDougalls äußerst schmal und der theoretische Aufbau entsprechend wenig berührt von dem vielgestaltigen psychischen Geschehen, das durch ihn erklärt werden soll. Wir gehen einig mit dem Verfasser, wenn er schreibt: „Uns dünkt schon der Ausgangspunkt des McDougallschen Forschens bedenklich: der Instinkt ist selbst für den kühnsten Psychologen heute noch ein Wunder der Natur, in das tiefer einzudringen uns die exaktesten Experimente noch nicht erlauben. Ist es ratsam, von einem solchen Erlebnis … und selbst die Annahme ‚Erlebnis‘ ist bereits ein … kühner Ansatz … auszugehen, um Erklärungen zu suchen für unendlich komplizierte seelische Vorgänge, die uns aber trotz ihrer Kompliziertheit soviel näherstehen?“ „McDougalls Erklärung ist abstrakt, eine theoretische Konstruktion, die dem eigenen Erleben fremd bleibt und es immer bleiben muß.“
G. Bally (Zürich)