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Nach dem vielversprechenden Vorstoß, den A. Mendelssohn zusammen mit ihrem Bruder in der Richtung auf eine psychoanalytisch orientierte Graphologie unternommen hat („Der Mensch in der Handschrift“ ), bedeutet die neue Publikation eine Enttäuschung. Die Autorin ist nicht darangegangen, die größtenteils bloß programmatischen Ausführungen des ersten Buches in konkrete Untersuchungen umzusetzen und den Charakter der Vorläufigkeit, welcher verständlicherweise all ihren damaligen Aufstellungen anhaftete, durch die Bemühung um Bestätigung und Begründung zu überwinden. Sie tritt vielmehr neuerdings mit einem Programm hervor. Inzwischen hat sie sich von der Psychoanalyse abgewendet (sie schließt sich dem Argument des Pansexualismus an) und ist Schülerin C. G. Jungs geworden. Dessen „analytische Psychologie“ soll das Fundament der neuen Graphologie werden. Der Versuch, den von Jung aufgestellten psychologischen Typen Handschrifttypen zuzuordnen, und das Bestreben, von allgemeinsten psychischen Einstellungs- und Reaktionsweisen statt von isolierten Charaktereigenschaften auszugehen, wird dem Graphologen fruchtbare Anregungen geben, besonders auch dadurch, daß die Abhängigkeit der Graphologie von der Psychologie klar hervortritt. Für den Graphologen ist ferner wertvoll, daß der von der Psychoanalyse herausgearbeitete und für alle charakterologischen Fragen prinzipiell wichtige Zusammenhang von Charaktereigenschaften und neurotischen Symptomen Beachtung findet.
Die „Wege in das Unbewußte“, welche die Handschrift nach dem im Untertitel gegebenen Versprechen öffnen soll, werden nicht gezeigt. Der erst zu erweisende