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Der bekannte Soziologe, der 1923 einen bemerkenswerten Aufsatz zur psychoanalytischen Theorie veröffentlichte, gibt in der vorliegenden Arbeit weitere
Beiträge zum Verständnis des Wesens und der Wirkung der Masse. Sowohl die eigenen Darlegungen, in denen er dies ausdrücklich erklärt, wie die kluge und maßvolle Polemik zeigen, wie fruchtbar die psychoanalytische Betrachtungsweis für den Autor geworden ist. Er spricht uns aus dem Herzen und aus dem Hirn wenn er Geiger gegenüber darauf hinweist, daß die prinzipielle Einsicht in das Wesen und die praktische Bedeutung der Sublimierungsprozesse, die in der soziologischen Literatur als so wichtig erkannt werden, vornehmlich Freud zu verdanken ist und fortfährt: „Daran wird grundsätzlich nichts geändert wenn man es vorzieht, solche Grundbegriffe der Psychoanalyse aus dem Gesamtgefüge der psychoanalytischen Theorie herauszulösen. Tut man auch diesen Schritt, dann kann man zwar nicht mehr sozusagen im Namen der psychoanalytischen Theorie sprechen, man darf deswegen aber nicht verkennen daß man hier noch mit einem ihrer Werkzeuge arbeitet“. Vleugels zeigt auch dort, wo eine weitgehende Übereinstimmung der Analyse mit den Ansichten der älteren Massenforschung zu konstatieren ist, wieviel tiefer die theoretische Begründung ist und daß die Bückführung der Phänomene der Massenpsyche auf die seelischen Grundtatsachen zu viel befriedigenderen Resultaten führt. Die Hilfsmittel der Freudschen Theorie bieten sich bei der Klärung des „psychologischen Tatbestandes Masse“ als besonders glücklich dar, weil sie eine gleichzeitig plastische und exakte Darstellung gestatten.
Ist die Polemik gegen Geiger, Spann und andere Soziologen bemerkenswert, so erweckt die gegen Bumke Respekt durch die durchaus zutreffende und mutige Haltung gegenüber einem Anspruch autoritativer Vernünftigkeit. Der Widerspruch, der da zu Worte kommt, ist bescheiden und energisch, er ist vorurteilsfrei in einem schönen Sinne und läßt sich von pompösen wissenschaftlichen