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In der Einleitung zur XXXIII. Vorlesung der „Neuen Folge“ sagt Freud, die Männer grübelten mehr über das Rätsel Weib als die Frauen. Wie mir scheint, ist die mächtige Neugierde der Frau über das eigene Rätsel ein wichtiges Motiv für die psychologischen Fähigkeiten, die ihr zuzuerkennen sind. Diese entwickeln sich par excellence durch das introspektive Insichselbstschauen, durch den brennenden Wunsch, das Rätsel des eigenen Ichs zu lösen.
Von der Tatsache der menschlichen Bisexualität ausgehend, bemüht sich Freud, dem Begriffe „weiblich“ eine eindeutige Definition zu geben. So bringt uns diese Publikation eine absolute Klarlegung und Abgrenzung dieses Begriffes. Freud weist auf die Schwierigkeiten hin, diese Frage vom anatomischen Standpunkte aus zu erklären, da auch bei eindeutigen anatomischen und physiologischen Merkmalen der Genitalorgane und -produkte das Verhältnis von Männlichkeit und Weiblichkeit in einem Individuum doch sehr verschieden sein kann.
Freud diskutiert nun die Möglichkeiten der Begriffsklärung vom Psychologischen aus.
Die früher angenommene Identität männlich-aktiv und weiblich-passiv wurde von Freud längst in Frage gestellt. Diese Identität besteht seiner Ansicht nach wohl im Sexualakt selbst, verwischt sich aber bereits in den Aktionen der vorausgehenden Werbung. Er verweist auf die Tierwelt, in der wohl in der Mehrzahl der Gattungen die Aggressionen der Werbung vom Männchen ausgehen. Doch gibt es auch Tierarten, bei denen diese Aggression vom Weibchen ausgeführt wird. Als Beispiel dafür darf vielleicht auch das vielbesprochene Verhalten mancher Spinnen gelten, die sich wohl im Sexualakt selbst passiv, bei der Werbung jedoch höchst aggressiv verhalten.
Ich muß gestehen, daß ich trotz dieser Argumentation in konservativer Weise an der ursprünglichen Identität weiblich-passiv festhalten möchte. Der Hinweis auf die Tierreihe vermochte mich nicht zu überzeugen. Das Verhalten der Spinnen ist für mich nur Beweis dafür, daß bei dieser Tiergattung die anat