You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Freud2 hat sich in seiner Arbeit über Traum und Telepathie dagegen verwahrt, als hätte er in okkultem Sinne Partei genommen, und bedauert, „daß es so schwer ist, solchen Eindruck zu vermeiden“.
Ich glaube, man kann diesem Eindrucke überhaupt nicht entgehen. Erscheinungen nämlich, welche unserem naturwissenschaftlichen Denken diametral widersprechen, sind geeignet, in uns die einstige, überwundene, magische Arbeitsweise gefühlsmäßig anzuregen. Der wissenschaftlich Denkende wird damit nicht gleich zur Infantilität regredieren. Die Existenz der Infantilität jedoch ist ewig, wie es der Traum, der Schlaf und die psychopathologischen Erscheinungen im Alltagsleben jedes Menschen dokumentieren. Die immerwährenden Allmachtswünsche müssen rege werden, wenn dem Beobachter Fakten vorgelegt werden, welche die ausschließliche Möglichkeit der psychischen Macht über die sonst unerbittliche physische Realität ahnen lassen, bei welcher, ohne Zuhilfenahme unserer sensiblen und motorischen Mechanismen, doch reale Befriedigungen erlebt werden. Dies wären also die telepathischen, telekinetischen, teleplastischen usw. Phänomene, bei welchen von der Ferne, d. h. allein von unserer Willensallmacht abhängig (willing game), unsere Gedanken sich übertragen, Tische sich in die Höhe erheben und Materien erschaffen werden. Die Untersuchung solcher Fragen muß scheitern, wenn diese in uns erweckten Allmachtswünsche bei der Arbeit nicht ständig kontrolliert werden. Diese Regung kann die Arbeit in zweifacher Weise vereiteln. Es gibt Forscher, bei denen einfach der unerledigte infantile Wunsch nach dem Wunder, für sie selbst unerkannt, am Werke ist. An Stelle einer Selbstkontrolle tritt hier dann eine peinliche exakte Prüfung, ein Beschreiben, Beleuchten, Photographieren und Abwägen usw. des Untersuchungsobjektes. Indem solcherart der Forscher sich beruhigt, objektiv vorgegangen zu sein, kann der latente Wunsch unbeobachtet durchbrechen und auf dem Wege gröbster Täuschungen Beweise einstiger magischer