You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Charlotte Bühler hat es sich zur Aufgabe gesetzt, den menschlichen Lebenslauf als psychologisches Problem zu betrachten. Sie behandelt zunächst das Verhalten und die objektiven Daten, geht dann zum Aspekt des Erlebnisses und der subjektiven Daten über und betrachtet schließlich den Lebenslauf unter dem Gesichtspunkt des Werkes und Ergebnisses. Der Lebenslauf erweist sich als gegliedert in Phasen. Im zweiten Abschnitt des Buches werden Strukturen von Lebensverläufen untersucht. Die Normalstruktur und ihre Modifikationen werden dargestellt. Dem Kurzleben wird besondere Aufmerksamkeit zugewendet. Das Verhältnis von Leben und Werk wird untersucht. Schließlich werden zusammenfassend fünf Phasen des Lebenslaufes unterschieden. Der Schritt vom Tentativen zum Definitiven und zum Ergebnis wird als Grundtatsache des Lebens angesehen.
Mit wenigen Ausnahmen entstammt das Material reich dokumentierten Lebensgeschichten der Literatur. Das objektive Produkt des Lebensverlaufes, das Werk, wurde, soweit ein solches erfaßbar vorlag, in die Untersuchung einbezogen.
Bevor wir uns den Einzelproblemen dieses Buches, dem der große Wurf nicht abgesprochen werden kann, zuwenden, ist es nötig, sich ins Gedächtnis zurückzurufen, was die Psychoanalyse über das Problem des Lebenslaufes zu sagen hat.
1) Das Leben eines Individuums ist mehr als eine Kette von Ereignissen,