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Die Geschichtswissenschaft jeder Art beschäftigt sich mit dem Einmaligen, in genau derselben Form niemals Wiederkehrenden. Sie kann die Kausalketten, die zu einem Geschehen führten, aufzeigen, aber nur mit Hilfe des Experimentes läßt sich beweisen, daß und warum ein Ereignis als Erfolg bestimmter Faktoren nicht eintritt und nicht eintreten kann. Die Psychoanalyse ist zu einem Teil eine Geschichtswissenschaft — sie lehrt die Gründe, oder richtiger, einen wichtigen Teil der Gründe erkennen, warum ein Mensch gerade dieses Symptom entwickelt und gerade diesen Traum geträumt hat, gestattet uns aber keine Voraussage darüber, wer symptomfrei oder welcher Schlaf traumlos bleiben wird. Doch ist die Psychoanalyse nicht überall in die Grenzen des „Historischen“ gebannt; die genaue und tiefgehende Beobachtung von Phänomenen, die in abweichender aber doch ähnlicher Form wiederkehren, sowie die Möglichkeit, psychische Reaktionen auszulösen oder zu verhindern, gestatten es, nach und nach die ausnahmsweisen und unwesentlichen Kausalfaktoren von den gesetzmäßigen zu sondern und so, obgleich auf einem ganz anderen Wege, ebenso wie die experimentierenden Wissenschaften zur Aufstellung allgemein gültiger Gesetze zu kommen, deren Einfluß auf jedes in ihren Wirkungskreis fallende Ereignis mit Sicherheit vorausgesagt werden kann. (Wie stark dieser Einfluß im Einzelfall ist, ob er nicht durch andere Gesetze im Endeffekt eingeschränkt oder aufgehoben wird, bleibt natürlich hier wie bei jeder anderen Gesetzmäßigkeit unbestimmt.) Dieselbe Erweiterung gilt auch für geschichtliche Tatbestände, soweit man an ihnen den Einfluß empirisch erschlossener oder als Arbeitshypothese verwendeter Gesetze — und diese sind regelmäßig soziologischer oder psychologischer Natur — feststellen kann. Die Nationalökonomie als der „am feinsten ausgebildete Teil der Soziologie“ (Ludwig v. Mises) dürfte sich für diese Methode besonders eignen. Die Art der Zusammenarbeit zwischen Soziologie und Psychologie läßt sich f