You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Autor dieser Arbeit gehört nicht dem psychoanalytischen Arbeitskreise an; ihr Thema entstammt auch nicht Problemstellungen der Analyse. Die Redaktion legt den folgenden Bericht über ausgedehnte Experimentaluntersuchungen, deren Methoden und Ergebnisse ihr für den Psychoanalytiker interessant zu sein scheinen, den Lesern dieser Zeitschrift vor. Eine Liste der Arbeiten des Autors zu diesem Gegenstand ist im Literaturverzeichnis (S. 121 f,) gegeben.
„Nun hören Sie“, sagt Freud in seinem letzten Buch, der neuen Folge der Vorlesungen, „erst ganz kürzlich haben die Mediziner an einer amerikanischen Universität sich geweigert, der Psychoanalyse den Charakter einer Wissenschaft zuzugestehen, mit der Begründung, daß sie keine experimentellen Beweise zulasse.“
Freud weist auf die Astronomie hin, bei der man ja auch nur auf Beobachtung angewiesen sei und die trotzdem als Wissenschaft gelte.
Aber Zweifler werden zunächst auf der Frage bestehen, wie überhaupt das Unbewußte in seinen Wirkungen augenfällig erwiesen werden könne. Denn es mag Menschen geben, die Freuds Unterlagen für die Annahme eines Unbewußten: Die Fehlleistungen, die Träume, die Erfahrungen in geistigen Erkrankungen nie an sich selbst oder an anderen beobachten konnten. Und es gibt noch eine große Zahl dieser Unüberzeugten.
Die wesentlichste Umgestaltung muß die Psychoanalyse — außerhalb der Therapie — in der Charakterkunde, als der allgemeinen Lehre vom menschlichen Seelenleben hervorrufen.
Um so notwendiger ist das Problem des Unbewußten mit der Charakterkunde zu verbinden.
Doch scheint uns das Problem des Unbewußten des Beweises bedürftig, wie unfundiert ist dann gar eine Lehre vom Charakter, die mit zweifelhaften Wertbegriffen arbeitet, die sich nicht einmal klar ist über die Bildung des Charakters, geschweige über seinen Aufbau oder sein Ordnungsschema. Was für Begriffe haben wir hier zusammengetan in der Frage: Das Problem des Unbewußten in der Charakterologie?
Kann man nicht beide Fragen lösen, so kann man vi