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Dieses Buch vermittelt reiche Belehrungen und Anregungen. Der Verfasser vertritt die Lehre der „organismischen Biologie“. Die Grundlage des Lebens ist die Organisation, die
Charakteristik der Lebensvorgänge ihre Ordnung. Physikochemische Analyse kann keine vollständige Erklärung der Lebensphänomene bedeuten. Die Vorgänge im Organismus dienen der Erhaltung des Ganzen. Die Geordnetheit der Lebensvorgänge ist nicht eine vitalistische Hypothese, sie kann nicht durch Kenntnis der Einzelvorgänge erfaßt werden. Eine Erklärung der Systemgesetzlichkeit des Organismus als Ganzes muß zu den Erklärungen der Einzelvorgänge hinzutreten.
Der Verfasser sieht daher Ordnung und Zweck im Organismus. Er will jedoch Psychologie aus der Betrachtung ausschalten. Zweck ist aber ein psychologischer Begriff. Die Betrachtung der Außenwelt lehrt uns nur dann etwas über Zwecke, wenn wir sie als belebt sehen und mit unserem eigenen Erleben vergleichen. Psychologie wird dann aber zu einem integrierenden Bestandteil der Biologie. Die psychoanalytische Forschung ist daher berufen, die Probleme der allgemeinen Biologie wesentlich zu fördern. Triebhaftigkeit und Spannung sind wesentliche Bestandteile des biologischen Systems. Das Individualitätsproblem, das dem Verf. Schwierigkeiten bereitet, bekommt dann einen guten Sinn.
Der Analytiker wird restlos zustimmen, wenn der Verf. feststellt: „Ein beliebiges organisches System ist im wesentlichen nichts anderes, als eine hierarchische Ordnung im dynamischen Gleichgewicht stehender Abläufe. Auch beim Organismus ist das Beharrende nicht die feste Struktur, sondern die Gesetzlichkeit des geordneten Ablaufs.“ … „In Wirklichkeit gibt es keinen Gegensatz zwischen der Struktur, welche der eigentliche Träger der Funktion wäre (und der Funktion), sondern nur eine räumlich-zeitliche Ordnung. Eine Eidechse ist in dynamischer Betrachtungsweise ein Ausschnitt aus einem Geschehensfluß. Normalerweise fließt z. B. das Material des Schwanzes langsam ab und wird durch neue