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Das im Oktober 1932 in Druck gegebene Büchlein ist der deutschen Jugend gewidmet. Der Verfasser wertet darin das Mythische gegenüber den praktischen und wissenschaftlichen Idealen, indem er das Mythische schon rein definitorisch überschätzend als „zusammenfassenden Ausdruck für die vital geladene, weltverbundene Phantasie“ und als die „Wurzel, aus der die Kultur emporschießt und ihre Lebens- und Wachstumskräfte zieht“ betrachtet. Ihm ist der Mythos der Begriff für Weltverbundenheit, für alles Transzendentale, für alle die höheren Wertungen, die unseren Vorstellungen von Kultur und Kunst innewohnen. Der Verfasser geht soweit, das Prinzip der Wissenschaft, das zu streng, zu heroisch, zu aristokratisch sei, wenn nicht abzulehnen, so doch durchbrechen zu lassen von den Ansprüchen seines mythischen Gebäudes, damit Wissenschaft erträglich und erfolgreich sei. „Die Wissenschaft, die wissenschaftliche Wahrheit ist eine Übertreibung der Instanz zwischen Mensch und Welt, oder muß sich doch in ihrem weiteren psychischen Verlauf so auswirken. Denn wie sie aus einem vitalen Orientierungsbedürfnis entspringt, so muß sie sich auch in die sogenannte Naturbeherrschung umsetzen. Aber dieser Begriff ist menschlicher Größenwahn, die Naturkräfte bleiben autonom und frei. Auch Naturbeherrschung ist nur gewillkürte Kollaboration mit der Natur. Nur die egozentrische Selbstüberschätzung des Bewußtseins macht die Natur zur Dienerin, zur Sklavin. Es ist, wie wenn das Kind zur Mutter sagte: ‚Ich war schon vor dir da und du hast zu gehorchen‘.“ Der Verfasser hält den vom wissenschaftlichen Menschen strenger Observanz verpönten Nimbus der Disziplinen, wie sie der Laie ihnen verleiht, für einen notwendigen und fruchtbaren Bestandteil derselben, durch den sie erst dem Menschen lebensfähig werden. Das Büchlein klingt aus in eine Apotheose des Religiösen.
Soweit psychologisches Interesse in Frage kommt, ist die Ausbeute in den wertdurchwirkten Ausführungen des Autors gering.
R. Sterba (Wien)