You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
„Doch bläst des Krieges Wetter euch ins Ohr, Dann ahmt dem Tiger nach in seinem Tun; Spannt eure Sehnen, ruft das Blut herbei! Entstellt die liebliche Natur mit Wut! Dann leiht dem Auge einen Schreckensblick; Nun knirscht die Zähne, schwellt die Nüstern auf, Den Atem hemmt, spannt alle Lebensgeister Zur vollen Höh' - auf, Englische von Adel!
Der Affekt des Zornes hat bisher von seiten der psychoanalytischen Forscher keine zusammenhängende Behandlung erfahren, wenngleich eine ganze Anzahl von Psychoanalytikern in gelegentlichen Bemerkungen zu diesem Gefühlszustande Stellung genommen haben.
Ich beabsichtige nun nicht, an dieser Stelle zusammenzutragen, was die wichtigeren Lehrbücher der Schulpsychologie über die typische Verlaufsform dieser Gemütsbewegung (eines „sthenischen“ Affektes) zu sagen wissen. Sie beschäftigen sich im allgemeinen mehr mit seinen physiologischen Begleiterscheinungen, und was sie an feineren phänomenologischen Bestimmungen und an Abgrenzungen gegen andere Affekte bringen, ist wohlbekannt oder wird, falls von Belang, am geeigneten Orte noch Erwähnung finden.
Über die allgemeine Herkunft der Affekte hat Freud in „Hemmung, Symptom und Angst“ einige bedeutsame Äußerungen gemacht. Auf der Suche nach einer Einsicht in das Wesen der Angst bekennt er (S. 74): Wir heißen sie einen Affektzustand, obwohl wir auch nicht wissen, was ein Affekt ist.“ An zwei anderen Stellen versucht er dann, den besonderen Charakter der Angst sowie der Affektzustände überhaupt historisch zu erklären. „Die Affektzustände sind dem Seelenleben als Niederschläge uralter traumatischer Erlebnisse einverleibt und werden in ähnlichen Situationen wie Erinnerungssymbole wachgerufen. Ich meine, ich hatte nicht unrecht, sie den spät und individuell erworbenen hysterischen Anfällen gleichzusetzen und als deren Normalvorbilder zu betrachten. Beim Menschen und (bei) ihm verwandten Geschöpfen scheint der Geburtsakt als das erste individuelle Angsterlebnis dem A