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In einem der letzten Abschnitte des „Nachsommers“ läßt Stifter den Freiherrn von Risach, den Besitzer des Asperhofs, über die seelischen Voraussetzungen seines Lebenswegs berichten. Der Leser muß den Eindruck gewinnen, hier dem wichtigsten Bekenntnis des Romans gegenüberzustehen. Die Daseinssphäre der geschilderten Personen findet nämlich in der Gestalt dieses Mannes ihre ausgeprägteste Verkörperung. Er ist das Vorbild der andern, der ideelle Mittelpunkt des Buches. Die einzelnen, deren Schicksalsfäden sich miteinander verknüpfen, erblicken in ihm eine Art geistiges Oberhaupt, das die Losungen ausspricht, welche für ihre Lebensform bestimmend sind.
Diese, die Lebensform des vereinigten Freundeskreises, ist der eigentliche Gegenstand der Dichtung. Der Roman ist recht arm an äußeren Geschehnissen. Er verfährt, was solche anbelangt, bezeichnend genug, indem er sie nahezu vollständig in einen Rückblick zusammenpreßt, der erst kurz vor dem Abschluß eingefügt wird. In seinem ganzen übrigen Verlauf nimmt er uns für Schilderungen in Anspruch, die mit beharrlicher Genauigkeit Interessen und Gepflogenheiten behandeln, in denen das Leben der kleinen Menschengruppe aufzugehen scheint.
Es sind eine Reihe von Betätigungen und Gewohnheiten, die uns der Dichter als selbstverständliche Erscheinungsformen eines einheitlichen Gesamtzustandes erleben läßt. Seine Menschen setzen ihre Lebenskraft ausschließlich für die Pflege des Schönen, Wohlgeratenen und Reifen ein. Ihnen allen ist ein starkes Verhältnis zur Kunst eigen. Aber diese Beziehung hat ihre Besonderheit darin, daß sie sich vorwiegend auf die bildende Kunst erstreckt und deren Bereich andererseits in bestimmter Richtung überschreitet. Neben bildnerischen Werken sind es andere schöne. Gegenstände, um die sich die Gespräche und Unternehmungen des Buches drehen. Eine erstaunliche Rolle spielt das Sammeln schöner Steine und Steinarbeiten. Kunsthandwerk, Pflege von Gewächsen und Blumen, aber auch bauliche Ausgestaltung der Wohnsitze