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Freud rechnet die Phantasie, man sei als Kind durch einen Erwachsenen verführt worden, die so viel häufiger vorkommt als wirkliche Verführungen, zu den „Urphantasien“ und hat die entschuldigende Verleugnung der auto-erotischen Betätigung und der Ödipuswünsche des Kindes als ihren Sinn erkannt. Sie ermöglicht, sich in schuldfreier Weise sexuellen Gedanken hinzugeben.
Dies bestätigte die Analyse einer kleinen Fehlhandlung, die zwanzig Jahre nach dem Vorfall vorgenommen werden konnte. Es handelt sich um einen Patienten mit einer ganz ungewöhnlich starken Sexualhemmung, die einer unbewußten Fixierung an die Mutter entspricht. Analytisches Material hatte bereits die Annahme nahegelegt, daß Inzestwünsche und Schuldgefühle ihren verdichteten Ausdruck in der unbewußten Phantasie gefunden hatten, von der Mutter zu sexueller Betätigung verführt worden zu sein. Der Patient hatte diese Deutung zunächst noch nicht akzeptieren können. Kurze Zeit darauf kam er auf eine merkwürdige Fehlerinnerung zu sprechen, die ihm, als er ein kleiner Junge war, in der Religionsstunde passiert war. Er war über die Geschichte Josephs befragt worden, hatte sich aber nicht mehr des Namens Potiphai entsinnen können. Vom Lehrer um eine Antwort gedrängt, hatte er, im Glauben, sich nun endlich des richtigen Namens zu entsinnen, zum Gelächter der ganzen Klasse ausgerufen: „Tatacky!“ Er wisse, setzte der Patient gleich fort, auch noch die Erklärung dieser seltsamen Ersatzbildung. Er habe sich das Wort „Potiphar“ einprägen wollen, indem er an das Wort „Pfote“ dachte; als er nun gefragt wurde, habe sich statt dessen das Synonym „Tatze“ vorgedrängt, und davon habe er „Tatacky“ gebildet.
Es Stellte sich heraus, daß der Patient auch jetzt nicht wußte, wer Potiphar war. Er meint, sein Weib habe den Joseph geköpft, so eine Kastrationsphantasie verratend, merkt aber dann, daß er Potiphars Weib mit der Salome verwechselt. Der Analytiker, meint er, würde „köpfen“ mit „kastrieren“ übersetzen, aber er könne versiche