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In den Jahren 1909-1913 erschien im Verlag J. C. B. Mohr, Tübingen, das von Schiele und Zscharnack herausgegebene Handwörterbuch „Die Religion in Geschichte und Gegenwart“. Der 1913 erschienene Band IV enthielt einen Artikel „Psychoanalyse“ von Keller. Theodor Reiks religionswissenschaftliches Sammelreferat im 1921 erschienenen „Bericht über die Fortschritte der Psychoanalyse 1914-1919“ urteilte darüber lakonisch: „Kellers Artikel trägt nicht immer einwandfrei informativen Charakter.“
Nun liegt „Die Religion“ in einer zweiten, völlig neu bearbeiteten Auflage vor: die 6 ansehnlichen Bände (5 Text- und 1 Registerband) sind in den Jahren 1927-1932 erschienen. Als Herausgeber zeichnen jetzt Hermann Gunkel und Leopold Zscharnack, die Zahl der Mitarbeiter ist etwa achthundert. Obschon sich dieses Werk im Untertitel als „Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft“ bezeichnet, so ist es im Grunde genommen doch nur eine Enzyklopädie der protestantischen Theologie, allerdings mit liberaler Berücksichtigung der Grenzgebiete. Dabei kommt, was außerhalb der jüdischchristlichen Sphäre liegt, meistens viel zu kurz. Es gibt in deutscher Sprache Handwörterbücher der protestantischen, der katholischen Theologie, der Vorgeschichte, der germanischen Altertumskunde, der griechischen und römischen Mythologie, des deutschen Aberglaubens usw. und angesichts dieser Spezialwerke wird man das Fehlen eines Wörterbuches der allgemeinen Religionswissenschaft, das über das Theologische hinausgehend alle jene Forschungsergebnisse mitberücksichtigte, die jetzt auf dem Ozean der Wissenschaft, sich gegenseitig mehr oder weniger ignorierend, unter der Flagge der Völkerpsychologie, der Ethnologie, der Volkskunde, der Kulturgeschichte, der Soziologie herumsegeln, zur Not verschmerzen können. Jedenfalls kommt das Gunkel-Zscharnacksche Werk unter den vorliegenden dem Ideal eines deutschen religionswissenschaftlichen Handwörterbuches am nächsten. Uns int