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Eine englische Literaturgeschichte (Gosse) sagt, die Tiefen menschlichen Elends haben nicht ergründet, die nicht den Bewegungen von Swifts Charakter in ihr geheimnisvolles Dunkel gefolgt sind. So wird man eine Arbeit über Swift mit Interesse und Erwartung aufschlagen. — Die Untersuchung H.s ist mit viel Wissen und geschulter Quellenverwertung durchgeführt. H. kennt die Methoden, mit denen man die kranke Persönlichkeit beschreiben und den Ursachen der Charaktererkrankung nachgehen kann. Er wendet sie auch alle an, schöpft aber die Möglichkeiten keiner einzigen aus. So bleibt der theoretische Ertrag gering.
Charakterzüge einzuteilen, Zusammenhänge zu konstruieren, ohne auf die Genese Rücksicht zu nehmen, ist eine unlösbare Aufgabe. Z. B. werden Aggressivität, Grausamkeit, Machtstreben, Ehrgeiz der „Selbstbehauptung“ zugeordnet. Davon ist ein Zettelkasten zum Kapitel „Erotik“ abgetrennt worden; je ein andres Kapitel heißt „Soziale Strebungen“, „Koprophilie und Reinlichkeit“, „Abwandlungen im Geistigen“. Eigentlich ist man mit dieser Arbeitsweise in einer neuen Art atomisierender, addierender Psychologie gelandet, wenn auch die addierten Elemente anders aussehen als einstmals.
Im Versuch, die Entstehungsbedingungen des Menschenhasses anzugeben, stützt sich der Verfasser vor allem auf Scheler und — ohne ihn ausdrücklich zu nennen —, Alfred Adler.