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B. benützt als Kriterium in diesem Vergleich der Tagebücher von drei Generationen die Einstellung zur Familie, die Einstellung zu sachlichen Aufgaben und geistigem Leben, ferner die Einstellung zu Natur und Geselligkeit, schließlich die Liebes- und sexuelle Entwicklung.
In der ältesten Generation findet sich eine selbstverständliche Einbezogenheit in die Familie mit bedingungslos positiver Einstellung; in der mittleren Generation findet sich starker Individualismus und heftiger Gegensatz zur Familie. In der jüngsten Generation schwindet die Animosität gegen die Familie. Die älteste Generation ist ungeistig und an sachlichen Aufgaben wenig interessiert; in der mittleren findet sich lebendige geistige Problematik und sachliches Aufgabeverständnis, in der jüngsten findet sich eine starke Hinwendung, zur Sachlichkeit und ein starker Wille zu Gemeinschaft, Sport und Geselligkeit. Die Naturauffassung der älteren Generation ist nüchtern, der mittleren und jüngsten lebendig und schwärmerisch. Die Liebe der älteren Generation ist kontaktlos, die der mittleren sucht individuelles Verstehen, in der jüngsten finden sich Schwärmerei und seelisch fundierte Beziehungen neben sexuell fundierten. Vier Tagebücher werden als Belege publiziert.
Es ist natürlich zuzugeben, daß Tagebücher nichts weniger als ursprünglich sind. Das „Ich“ spielt in deren Ausarbeitung eine bedeutsame Rolle. Entstellungen, Verdichtungen, Verschiebungen verdecken die libidinösen Strebungen. Aber gerade vom Standpunkt der Ichpsychologie sind Tagebücher interessant. Man kann dann sehen, inwieweit die gegebene soziale Struktur den Aufbau des Ichs beeinflußt. Wir können auch Einblick gewinnen in den Aufbau des Über-Ichs. Studien wie die Ch. Bühlers bieten daher auch für den Psychoanalytiker interessantes Material, wenn er auch diesem Material in anderer Einstellung gegenübertritt.
P. Schilder (New York)