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Der Begriff der Echtheit und Unechtheit im Seelenleben hat bisher bei den Psychologen geringe Beachtung gefunden. Knapp vor dem Kriege haben Wilhelm Haas und Alexander Pfänder, soviel ich sehe, als erste das Problem, dem namentlich für die phänomenologisch-deskriptive und verstehende Psychologie grundsätzliche Bedeutung zukommt, in zwei wertvollen Untersuchungen behandelt. Während Haas sich auf immer schärfere Herausarbeitung des Unterschiedes zwischen den echten und unechten Gefühlen beschränkt, zeigt Pfänder, mehr in die Breite als in die Tiefe gehend, an mannigfachen Belegen, welchen Raum das Unecht-Psychische in unserem Seelenleben beansprucht. P. Schilder nimmt in seiner bald nachher veröffentlichten Monographie „Selbstbewußtsein und Persönlichkeitsbewußtsein“ auf die beiden Abhandlungen Bezug, indem er das unechte Erlebnis in Zusammenhang mit dem Erlebnis der Depersonalisation bringt, das im Mittelpunkte seiner Untersuchung steht. Diese Zuordnung ist für die spätere Forschung im großen und ganzen maßgebend geblieben: Wenn sie sich mit dem psychopathologischen Phänomen der Depersonalisation oder Entfremdung beschäftigt, wird nebenbei, ohne den Versuch einer definitorischen Abgrenzung, von Unechtheit des Erlebens gesprochen, obgleich dieser Begriff an sich der Normalpsychologie angehört. Erwähnung verdient hier auch Karl Jaspers, der in seiner „Psychologie der Weltanschauungen“ Überlegungen über die Echtheit und Unechtheit von weltanschaulichen Inhalten anstellt.
Die psychoanalytische Literatur gebraucht gleichfalls den Begriff des