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Meine Damen und Herren!
Seit es eine wissenschaftliche Aussage über zentrale Vorgänge und Erscheinungen des menschlichen Seelenlebens gibt — die Psychoanalyse —, hat sich die Psychologie ihren Gegenstand neu gesetzt; seit dieser Zeit ist das Komische nicht mehr (oder nicht allein) Gegenstand einer — wie immer gerichteten — Ästhetik, die populärpsychologische Einsichten stillschweigend voraussetzen mochte, sondern Gegenstand der Psychologie selbst.
Die Aussagen der Psychoanalyse zur Psychologie des Komischen — ich darf einleitend daran erinnern — stammen aus zwei verschiedenen Entwicklungsphasen unserer Wissenschaft. Die einen, im wesentlichen auf die Einsicht in topische und ökonomische Verhältnisse gerichteten, aus ihrem Heldenzeitalter, aus Freuds Buch über den „Witz und seine Beziehung zum Unbewußten“; sie bedeuteten damals, nach der „Traumdeutung“ und der „Psychopathologie des Alltagslebens“, einen dritten entscheidenden Schritt auf jenem großartigen Wege, der von an pathologischen Phänomenen gewonnener Erkenntnis zum Aufbau einer neuen allgemeinen psychologischen Grundanschauung führen sollte. Die anderen, beinahe ein Vierteljahrhundert jüngeren Überlegungen beziehen sich vornehmlich auf dynamische und strukturelle Fragen; sie sind — zunächst für ein Teilgebiet des Komischen — von Freud in seiner Schrift über den Humor entwickelt worden und stehen im Zusammenhang der Bemühungen, nach dem Aufbau metapsychologischer Anschauungen die Stellung des Ichs im Gefüge der seelischen Struktur schärfer zu erfassen, Bemühungen, die das vierte Jahrzehnt psychoanalytischer Klinik und Theorienbildung entscheidend zu färben scheinen.
Um die Verbindung und Abgrenzung beider — einander hier schärfer, als es den wirklichen Verhältnissen entspricht — gegenübergestellter Gesichtspunkte haben sich mehrere Forscher bemüht; ich darf Sie an Arbeiten von Th. Reik, A. v. Winterstein und neuerdings F. Alexander erinnern. Einen gleichgerichteten Versuch möchte auch ich vor Ihnen entwickeln; ic