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Gerhard Adler unternimmt es in dem vorliegenden Büchlein, die Lehren Freuds, Adlers und Jungs kurz darzustellen und miteinander zu vergleichen, wobei er bemüht ist, diesen Vergleich zugunsten der Jungschen Lehre wirksam sein zu lassen. Die Darstellung der Freudschen Lehre ist in ihrer Kürze und Prägnanz schlechthin meisterhaft und man ist überrascht, nach so viel Verständnis, wie es aus der trefflichen Sicherheit in der Verwendung Freudscher Zitate erschlossen werden muß, einen so verurteilenden Satz zu finden wie den folgenden, mit dem Freud abgetan wird: „Dieser Pessimismus Freuds, der ebenso herkommt aus der maßlosen Überschätzung der Sexualität, wie aus der einseitig kausal eingestellten Deutung des Unbewußten, hat seinen direkten Gegensatz — und sein direktes Gegenstück — gefunden in der ‚Individualpsychologie‘ Alfred Adlers“.
Aber man begreift bald, woher das negative Urteil stammt. Wer Jung angehört, dem sind die Regionen, in der die Psychoanalyse ihre Forschungen mühsam treibt, zu niedrig; und wer die Welten und Äonen verbindenden Deutungserlebnisse Jungscher Konzeption genoß, für den müssen die harten, trieb- und gegenwartsnahen Arbeitsergebnisse Freuds an erhabenem Emotions- und mystischem Allheitsgenuß arm erscheinen. Weil der Autor in seiner vergleichenden Darlegung die Lehren Freuds und Jungs so nahe aneinanderbringt — wobei die Schärfe und Klarheit in den Freudschen Zitaten bewunderungfordernd von der dunkel verschleiernden Ausdrucksweise Jungs absticht —, liegt im Buch das Maß zum Messen und kommt aus ihm das Recht zum Urteil, und man erkennt überzeugt, daß Jungs Lehre die Konsequenz eines Erschreckens vor der Macht des Unbewußten — wohl in seinem Innern — ist und daß seine Lehre einen großartigen Versuch der Verleugnung darstellt. Für den Psychoanalytiker genüge eine Traumdeutung aus dem Buch, er wird am