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Ein Buch, das durch Kühnheit und Innerlichkeit wirkt, die Arbeit eines Gelehrten auf der Höhe des Lebens, dem die Meinungen und Urteile anderer wohl vertraut sind, der aber diesmal gewillt ist, „allem gelehrten Ballast zu entsagen, und über das Wesen des schönen Gebildes“ seine „eigene Meinung, was immer sie wert ist, so geschlossen und bündig wie möglich auf sich gestellt vorzutragen“. Die Grundhaltung des Buches ist bekenntnishaft, nicht nur im Sinne einer ästhetischen Anschauung; es ist das Buch eines katholisch Gläubigen.
Der Zugang zum Kunstwerk liegt nicht in interesseloser Betrachtung, sondern in „magischer Haltung“, die wir „nicht im primitiven Menschen der Vorzeit und der Mitwelt suchen, sondern da, wo sie allen gemeinsam ist, nämlich in der eigenen Brust“ (S. 25). Denn „das Gedächtnis der Menschheit“ vergißt nicht, und unser wissenschaftliches Weltbild ist eine „sehr junge Erwerbung…, (die)… weder unser Blut noch unseren Traum noch das Menschheitsgedächtnis in uns irgendwie gerührt oder ergriffen hat“. So bleibt denn dem Kunstwerk gegenüber die magische Haltung bestehen, auch wo der magische Glaube geschwunden ist (101), und den Genius beherrschen Kräfte, „die den primitiven Menschen noch nicht verlorengegangen sind und von denen sich in der Kindheit hie und da Spuren zeigen“ (232). Die echte Haltung zum Kunstwerk ist denn auch Faszination, die dem Kunstwerk gegenüber „weder pathologisch noch schimpflich und überschwänglich…, sondern das angemessene Verhalten ist“.
So ungefähr ließe sich mit den eigenen Worten des Verfassers seine an vielen Stellen angedeutete Grundanschauung kennzeichnen. Sie ist in der Analyse der einzelnen Kunstgattungen mit außerordentlicher Anpassung an den Gegenstand und echtem Enthusiasmus durchgeführt. Als Grundform des Innenraums etwa wird die Höhle angesehen und die „Geburt der Architektur aus dem Schoße der Höhle behauptet“; die Kuppel wird als Nachahmung des Himmelsgewölbes, das Zelt als tragbare Höhle, die Außenarchitektur als V