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Schon der Titel der Zeitschrift weckt peinliches Befremden. Psychologie ist eine Wissenschaft, ein Stück Erkenntnis; Politik ist Zielsetzung. Die sprachliche Form der Wissenschaft ist der Aussagesatz, die der Politik der Befehlssatz. Die beiden verhalten sich zueinander wie Erkenntnis und Wille. Zwischen Erkenntnis und Willen kann es aber grundsätzlich nur zwei Beziehungen geben; der Wille kann sich der Erkenntnis bedienen wie der Wanderer einer Landkarte, die Erkenntnis kann den Willen zum Gegenstand nehmen. So kann sich etwa die Politik der Psychologie bedienen; tatsächlich stellt der Politiker psychologische Erwägungen an, wenn er etwa die Reaktionen anderer Menschen oder das Verhalten von Massen vorauszuberechnen versucht. Diese Überlegungen werden von Politikern stets eindrucksmäßig oder, unwissenschaftlich ausgedrückt, in instinktiver Einschätzung angestellt, aber es wäre gewiß nicht undenkbar, hier wissenschaftliche Psychologie heranzuziehen. In diesem Falle wäre dann Psychologie in den Dienst der Politik getreten. Anders, aber doch hieher gehörig ist der Fall, daß der Politiker aus der Kenntnis psychologischer Gesetze zu einer Modifikation seiner Zielrichtungen kommt. Auch hier stammt das Ziel nicht aus der Wissenschaft, der Vorgang ist ähnlich dem Verhalten des Touristen, der seinen Reiseplan nach dem Studium der Karte verändert. Die Psychologie kann aber auch das politische Handeln zum Gegenstand ihrer Forschungen machen etwa dann, wenn sie die Motive der Politiker oder der Menschen in ihrem politischen Handeln studiert.
Es sind aber eigentlich nicht diese beiden Arten der Beziehung von Politik und Psychologie, auf die der Titel der vorliegenden Zeitschrift anspielt. Wir hören in den Vorbemerkungen der Redaktion:
„Die Trennung von Theorie und Praxis, von Wissenschaft und Weltanschauung oder Politik lehnen wir ab …“
„Wir wollen der bewußt reaktionären Wissenschaft eine bewußt revolutionäre entgegenstellen, die sich zu den Zielen der Arbeiterbewegung offen beke