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Im Alter von 12 Jahren war Sigrid Amenson der Fürsorgezentrale „Judge Baker“ während einer kurzen Zeit wohlbekannt. Sie war das vierte Kind unter sechs Geschwistern und hatte vorher während eines Jahres mit ihrer Mutter in Boston gelebt. Die Familie hatte zuvor in einer Vorstadt von New York gelebt und kehrte, kurz nachdem wir mit Sigrid bekannt wurden, wieder dorthin zurück. Wir stellten fest, daß mehrere soziale Fürsorgestellen die Familie gut kannten. Wir hatten einen Briefwechsel mit diesen Fürsorgestellen und sie bestätigten die Richtigkeit jener Darstellung des Sachverhaltes, die uns Frau Amenson gab, soweit sich diese erstreckte, und teilten uns einige weitere Tatsachen mit. An uns wurde die Mutter von einer Lehrerin gewiesen, die einige Kenntnisse von den Schwierigkeiten Sigrids hatte, aber der Meinung war, daß in Sigrid große Möglichkeiten lägen.
Das Problem, wie es uns die Mutter vortrug und ihre Tochter teilweise einbekannte, bestand darin, daß die Tochter überaus häufig Geld, Putzgegenstände und billige Juwelen sowohl aus dem eigenen Heim wie von Nachbarn oder aus Geschäften zu stehlen pflegte. Dies fing zu jener Zeit an, als Sigrid etwa 7 oder 8 Jahre alt war, und hatte sich seither mit großer Häufigkeit fortgesetzt.
Sigrid war für ihr Alter von sehr hohem Wuchs und hatte infolge ihrer guten Gestalt und ihrer ausnehmend regelmäßigen und ausgeprägten Gesichtszüge