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In letzter Zeit wurde verschiedentlich versucht, die Beziehungen zwischen der Psychoanalyse und den Experimentalforschungen über den bedingten Reflex festzulegen. An erster Stelle unter diesen Versuchen stehen die von French2 und Ischlondsky,3 in denen die psychoanalytische Theorie und die experimentellen Funde Pavlovs einander gegenübergestellt werden. Die vorliegende Arbeit will sich jedoch darauf beschränken, die Beziehungen zwischen dem bedingten Reflex und der psychoanalytischen Technik zu untersuchen, und will zeigen, daß die Psychoanalyse als Tatsachen sammelnde Methode auf der einwandfreien Basis anerkannter physiologischer Gesetze beruht.
Den Ausgangspunkt bildet ein Zitat aus Pavlov:4 „Der Vorgang der Synthese — d. h. also der Assoziation — kann in einem Hemmungszustand stattfinden, sofern zu diesem Zeitpunkt ein starkes Erregungszentrum vorherrschend ist. Die Synthese kann nun eintreten, auch wenn der tatsächliche Vorgang der Synthese nicht in den Bewußtseinsbereich tritt. Unter günstigen Umständen kann sie aber auch als fertig geformtes Glied der Gedankenkette in den Bewußtseinsbereich eintreten und den Anschein erwecken, als sei sie unwillkürlich entstanden.“ Pavlov führt dann weiter aus, daß diese experimentelle Tatsache Licht auf die Beziehungen zwischen Bewußtem und Unbewußtem werfen müsse. Diese Stelle aus Pavlov klingt so, daß sie ebensogut einer Schrift Freuds entnommen sein könnte. Sie gibt einen experimentellen Nachweis für eine der frühesten psychoanalytischen Beobachtungen von Breuer und Freud, nämlich für die Tatsache, daß ein starkes Erregungszentrum eine allgemeine Hemmung verursachen kann und daß unter diesen Umständen wichtige unbewußte assoziative Gedankenketten in den gehemmten Bereich gelangen können. Für das Problem der Technik ist aber vor allem die Fest-Stellung