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Der Einladung, über Analyse und bedingte Reflexe zu sprechen, habe ich nur zögernd Folge geleistet, zum Teil deshalb, weil schon ausgezeichnete Arbeiten über dieses Problem von Luria, Ischlondsky und French vorliegen. Wenn ich die innere Hemmung schließlich doch überwand, so leitete mich dabei vor allem der Gedanke, daß die genannten Autoren durch die klassischen Experimente Pavlovs und seiner Schule sowie durch das ungeheure Material, das diese in Büchern und Vorträgen gesammelt haben, gewissermaßen überwältigt waren. Sie betrachteten die Physiologie und — mit einigem Zaudern möchte ich auch sagen — die Psychologie Pavlovs als feststehend. Ihre Aufgabe blieb infolgedessen notwendigerweise ungelöst. Die Psychoanalyse, die doch in engster Beziehung zu den Problemen des realen Lebens steht, kann niemals mit der künstlichen Psychophysiologie Pavlovs, die eine mosaikartige Struktur des Organismus und der Psyche annimmt, gänzlich in Einklang gebracht werden. Wenn die Gestaltspsychologie und die Lehre von der Ganzheit der Persönlichkeit einen Funken Wahrheit enthalten, dann muß Pavlovs Theorie falsch sein. Um zu einer Entscheidung zu kommen, darf man nicht zwei verschiedene Psychologien, ohne ihre inneren Gegensätze zu sehen, in eine Ausdrucksform pressen. Die meisten dieser Forscher haben sich nicht zu einer endgültigen Stellungnahme entschlossen. Zuweilen versuchen sie, psychoanalytische Situationen in der Terminologie der bedingten Reflexe und zuweilen bedingte Reflexe in der Terminologie der Psychoanalyse zu beschreiben. French z. B. benützt die Forschungen Pavlovs nicht nur als Illustration, sondern sogar als Beweis für die Psychoanalyse. Ischlondsky scheint der Meinung zu sein, daß psychologische Prozesse nur im Lichte Pavlovscher Experimente voll verständlich werden. Ich möchte nun hier versuchen, zu einem psychologischen Verständnis bedingter Reflexe zu kommen. Falls dies möglich ist — und die psychoanalytische Psychologie ist sehr leistungsfähig —, würden wir zu