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Wenn der Autor um die Nachsicht des Lesers wirbt ob der Inhomogeneität der folgenden Arbeit, insbesondere ihrer beiden Teile, des Hauptstücks und des Anhangs, die nur an einer Verwachsungsstelle lose zusammenhängen, so sei ihm gestattet, auf die Komplexität seines Gegenstandes zu verweisen. Das Problem des Krieges und seiner Verhütung, zu dem dieser Aufsatz beitragen will, hat so viele Seiten, daß die Beschränkung der Untersuchung auf die Beiträge, die ein Wissensgebiet zur Verfügung stellt, auf Kosten der Sache ginge.
Wenn wir an dieser Stelle dem Problem der Massenpsychose nähertreten, so geschieht es nicht in rein theoretischer Absicht, um dieses Gebiet, das schon so oft und von den bedeutendsten Gelehrten zum Gegenstand der Untersuchung gemacht wurde, in seiner Gesamtheit zu untersuchen. Es geschieht vielmehr wesentlich unter dem praktischen Gesichtspunkt, die Entstehung und den Verlauf der Massenpsychose insofern einer Untersuchung zu unterziehen, als Massenbewegungen, welche man im Sinn der Psychologie und Psychopathologie der Massenerscheinungen als Massenpsychosen bezeichnen mag, für die Entstehung eines Krieges und für die Entstehung oder Erhaltung der leidenschaftlichen kriegerischen Volksstimmung beitragen. Wir haben also nicht das Ganze aller Erscheinungen, die man Massenpsychosen nennt, an dieser Stelle zu untersuchen; was wir aber dabei gewinnen können, ist auch lange nicht das Ganze einer Psychologie des Krieges oder der zum Kriege bereiten Menschen. Es gibt eine große Zahl von Motiven, aus denen sich Führer oder sonst die maßgebenden Kräfte in einem Volk zum Kriege entschließen können, und eine große Zahl von Motiven, die die Völker bestimmen mögen, ihnen auf diesem Wege zu folgen. Massenpsychosen sind nur ein Teil dieser Motive, doch vielleicht