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Es sind 90 Jahre her, seit in der Zeit romantischer Seelsorge und Heilkunst der hervorragende Prediger und Schriftsteller an die königl.-württemberg. Oberkirchenbehörde auf deren Verlangen einen Bericht abstattete über „den Kampf“, d. h. die zweijährige Behandlung einer Besessenen, die mit einer völligen Heilung endete. Dieser Bericht, der später veröffentlicht wurde und nun neuerdings dem Drucke übergeben wird, ist ein eigenartiges Gemisch von nüchterner Beobachtung und Beschreibung von unzweifelhaft hysterischen Phänomenen mit felsenfester, gläubiger Überzeugung und affektiver Beteiligung des Therapeuten, die offenbar eine starke und wirksame Übertragung erzeugte. Die Schrift verdient einen Platz in der Geschichte der Psychotherapie und bildet eine Bestätigung der These Freuds, daß in gewissen Fällen eine Legierung von Analyse mit Suggestion anwendbar und aussichtsvoll sein dürfte.
A. Kielholz (Königsfelden-Aargau)