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Drei Antworten sind auf die Frage nach dem Verhältnis der Wissenschaft zur Tat gegeben worden. 1. Die Wissenschaft dient der Tat. 2. Die Wissenschaft ist von der Tat unabhängig. 3. Die Wissenschaft ist die Voraussetzung der Tat.
Der wahre Wissenschafter hat keine Überzeugungen, er hat Vermutungen. Aber Wissenschaft kann niemals reine Wissenschaft sein. Sie enthält bereits eine Entscheidung zur Handlung und überschreitet damit die Grenzen reiner Wissenschaft. Wissenschaft als sich beständig fortspinnender Gedankengang der Menschheit ist stets unfertig, nie abgeschlossen. Aber der einzelne Wissenschafter drängt zum Abschluß. So wird die Wissenschaft selbst Tat und ist genötigt, sich solcher Denkmittel zu bedienen, die vor dem reinen Denken nicht bestehen. Wenn wir im Einzelfalle mit Wahrscheinlichkeiten rechnen, so folgen wir den Bedürfnissen des Handelns. Aber der Verallgemeinerungsschluß hat keine gedankliche Berechtigung. Reine Wissenschaft wird so zu einem Grenzbegriff, zu einem Wunschbild und wurzelt in der Zeit; Wissenschaft kann aber nicht den Menschen die Verantwortung für ihre Entscheidungen abnehmen. Gleichwohl sollte Wissenschaft sich nicht unter das Joch der Tat beugen.
G. hat in dankenswerter Weise darauf hingewiesen, daß auch Wissenschaft auf dem allgemein menschlichen Streben ruht. Die Psychoanalyse hat gezeigt, daß wissenschaftliches Interesse und wissenschaftlicher Erfolg nur von der triebhaften Grundlage der Persönlichkeit her verstanden werden können. Vielleicht hätte G. diese Triebbestimmtheit wissenschaftlicher Forschung schärfer betonen sollen. Sie ist nicht nur von Zeitströmungen abhängig. Vielleicht sollte man auch betonen, daß auch reine Wissenschaft immer nach der Tat zielt. Sie allein, in der Berührung mit der Wirklichkeit in Versuch und Irrtum, zeigt die Wahrheit an. Freud hat richtig formuliert, daß Denken ein Probehandeln mit kleinen Quantitätenist. Vielleicht wäre es richtig zu sagen, daß die Hilfe, die die Wissenschaft für das praktische