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Das vorliegende erste Heft des von F. Krueger und J. Rudert geplanten Werkes über die Psychologie des Schreibens und der Handschrift enthält kein Programm der ganzen Arbeit. Es läßt sich daher, über das Unternehmen als ganzes noch nichts sagen. Die von Käthe Tittel geleistete Untersuchung über die Schreibgeschwindigkeit fördert einige beachtenswerte Ergebnisse und weckt ein günstiges Vorurteil für das Weitere. Es war eine geschickte Wahl, als erstes die Schreibgeschwindigkeit zum Gegenstand der Untersuchung zu machen. Sie stellt nicht nur ein interessantes und wichtiges Thema der Psychologie des Schreibens dar, sondern gleichzeitig auch ein Thema, welches zweifellos einer Bearbeitung mit den Mitteln der experimentellen Psychologie zugänglich ist.
Von den Ergebnissen dieser ersten Untersuchung erscheinen bemerkenswert: die klare Trennung der drei Begriffe „(subjektiv erlebte) Hast“, „Federgeschwindigkeit“ und „Leistungsgeschwindigkeit“; der Nachweis, daß die Erschließung des Niederschriftstempos aus den immer wieder in der graphologischen Literatur angegebenen Kriterien unsicher ist — u. a. deswegen, weil die Graphologen zwar die eigentlich wichtige Leistungsgeschwindigkeit erfassen wollen, sich aber zumeist an die Anzeichen der bloßen Hast halten und schließlich die Feststellung, daß die experimentellen Ergebnisse in guter Übereinstimmung mit den Befunden von Klages über die charakterologische Bedeutung der Schreibgeschwindigkeit stehen.
Die Autorin hat ihr Hauptinteresse den experimentellen Fragen einer genauen und differenzierten Messung der beim Schreibakt von 50 Versuchspersonen obwaltenden Geschwindigkeitsverhältnisse zugewendet. Im rein Psychologischen gehen ihre Ergebnisse über den zuletzt erwähnten recht summarisch behandelten Beitrag nicht hinaus.
W. Marseille (Wien)