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Die knappe und mit starkem Gefühl geschriebene Abhandlung ist in einer den „problemi di oggi“ gewidmeten Schriftenreihe erschienen. Sie enthält vom Standpunkt eines im besten Sinne mystisch gerichteten Christentums gesehene Thesen, die die engen Übereinstimmungen aufzeigen, die nach Meinung des Verfassers zwischen den Funden und Zielsetzungen Freuds und der christlichen Ethik bestehen. Als Ausgangspunkt dienen Freuds Schriften zur Metapsychologie und — leider nur aus zweiter Hand übernommene — Angaben über die Ziele der psychoanalytischen Beeinflussung.
Die an manchen Stellen fesselnde Darstellung des Verfassers mag für den Geschichtsschreiber der Psychoanalyse als ein neuer und konsequenter Versuch bedeutsam sein, den Befunden und Auffassungen der Psychoanalyse einen bestimmten weltanschaulichen Hintergrund zu geben.
In einem Anhang wird die im Hauptteil entwickelte Auffassung etwas unvermittelt auf eine Deutung von Rembrandts Werk übertragen, in einer Schlußnotiz eine polemische Kritik Giovanni Papinis an André Gides Ödipus diskutiert, da beide, Gide wie Papini, Freud mißverstanden hätten.
E. K. (Wien)