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„Die schwierige und nicht leicht abzuweisende Frage, an welchem allgemeinen Charakter wir die sexuellen Äußerungen … erkennen wollen“,1 hat in der Psychoanalyse wenig Berücksichtigung gefunden.2 Sie ist durch die Diskussion übertönt worden, ob es zwei Triebe gibt, und welche. Beachtet man, daß Trieb, wie Freud immer wieder unterstreicht, ein wissenschaftlicher Begriff ist, der von beobachtbaren Sachverhalten sehr weit entfernt ist, und daß es daher nicht zu unterscheiden gilt, ob es diesen oder jenen Trieb „gebe“, sondern ob man ihn „annehmen“ solle, so wird man der Vermutung zugeneigt, es könne manche der „Unstimmigkeiten“ in unserer Trieblehre aufgehoben werden, wenn man sich der Mühe unterziehen wollte, das Kriterium der Einteilung der Triebe eingehend und gesondert zu prüfen. Kann auch kein sogleich angebbarer auffallender Nutzen von solcher Klärung erwartet werden — „wir tasten in der Trieblehre noch so sehr im Dunkel, daß auch eine bescheidene Aufklärung erwünscht sein mag“.
Wenn wir zwei Grundtriebe annehmen, erwächst uns die Aufgabe, die Welt der beobachteten und beobachtbaren Triebäußerungen in zwei Klassen einzuteilen, die je einen anderen Namen tragen. Diese Namen haben bekanntlich gewechselt; die Zweizahl der Klassen ist die gleiche geblieben. Jeder der Etappen, in denen sich die Entwicklung der Trieblehre vollzog, entspricht ein anderes Namenspaar. „Sexualtrieb“ und die „anderen Triebe“ (Ich-Triebe) stellten die „Drei Abhandlungen“ auf; von Objektlibido und Ich-Libido, ohne ganz deutliche Abgrenzung, ist in der „Einführung des Narzißmus“