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Wer eine Triebversagung erleidet, spürt intensive Unlust, und es ist uns selbstverständlich, daß er Haß gegen das sich versagende Objekt empfindet. Es scheint uns ebensowenig problematisch, daß er einem Befriedigteren gegenüber Neid empfindet, d. h. sich mit ihm identifiziert und dann den Kontrast zwischen dieser Einfühlung in der Phantasie und der unangenehmen Wirklichkeit um so schlimmer empfindet und aus diesem Kontrast Aggressionsneigungen gegen den Glücklicheren entwickelt. Eine Kombination dieses Neides mit jenem Haß ist offenbar die Eifersucht, der so auf den ersten Blick keine spezifische Problematik zuzukommen scheint.
Tatsächlich ist es aber, wie die psychoanalytische Literatur über dieses Thema1 gezeigt hat, keineswegs so einfach. Zwei auffallende Momente an der Eifersucht zeigen dies auch schon dem oberflächlichen Blick: Erstens ist die Eifersucht keineswegs immer dort am größten, wo vorher Verliebtheit und (genitale) Befriedigung am größten waren, wie es der Fall sein müßte, wenn die Eifersucht eine einfache Versagungsreaktion wäre. Es scheint ja gerade im Gegenteil — und darin stimmen alle Autoren überein —, als ob Menschen, die besonders zur Eifersucht neigen, gerade solche wären, die unfähig sind zu tieferer Liebe, die ständig und leicht Objekte wechseln und die selbst auf Objekte eifersüchtig werden können, die ihnen, bevor sie ihnen Gelegenheit zur Eifersucht gaben, ziemlich gleichgültig waren. — Ginge es einfach zu, so müßte man zweitens erwarten, daß die unlustvollen Reaktionen auf eine Versagung, wie alles unlustvolle Erleben, eher verdrängt würden. Die Eifersucht hat aber ganz allgemein im Gegenteil die Eigenschaft, sich aufzudrängen, sie wird leicht zur überwertigen Idee. Wir kennen die Psychologie der überwertigen Idee: Das Festhalten der eifersüchtigen Gedanken im Bewußtsein muß dazu dienen, etwas anderes zu verdrängen, muß in ähnlicher Weise wie die Deckerinnerungen dem Eifersüchtigen einen gewissen libidoökonomischen Vorteil bringen.
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