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Richard war acht Jahre alt, als ihn seine Mutter zu der Fürsorgestiftung „Judge Baker“ brachte. Sie lebte in einem ziemlich entfernten Industriezentrum und kam, um sich Rat über den Jungen zu holen. Eine Dame, die sich mit freiwilliger Fürsorgearbeit befaßte, hatte ihr nämlich mitgeteilt, es gäbe die Möglichkeit, daß man ihn genau untersuchen und in einer besseren Umgebung unterbringen werde. Als die Analyse begann, war Richard 20 Jahre alt.
Im Alter von sechs Jahren, unmittelbar nachdem sein Vater bei einem Unglück ums Leben gekommen war, kam Richard mit seiner Mutter und seinen Brüdern aus ihrer Heimat Virginia nach New York. Sein Vater, der 1878 in der Hügellandschaft am Fuße des Virginia-Gebirges geboren war, hatte während seines ganzen Lebens in den Südstaaten gelebt. Auch Richards Mutter war im Jahre 1885 in Virginia geboren; sie stammte aus einer Familie aus New England mit einer Beimischung französischen Blutes. Nach dem Tode ihres Gatten kam sie nach Worcester, wo Verwandte von ihr lebten, und arbeitete dort in einer Bäckerwerkstatt, um den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder zu verdienen. Sie war katholisch, ihr Mann war Protestant; von den Kindern wurden einige in dem einen, die anderen in dem anderen Glauben erzogen.
Richard ist das jüngste der fünf Kinder. Das älteste Kind, ein Mädchen, blieb bei Bekannten in Virginia und hat dort geheiratet. John, acht Jahre älter als Richard, hatte sich bereits im Süden kriminell verhalten und blieb auch weiterhin ein schwerer Fall. Nach John kam Wilbur, der zweieinhalb Jahre älter war als Richard; die Mutter bezeichnete ihn als Richards „Kumpan“. Sie legte besonderes Gewicht darauf, Richard dem Einfluß Wilburs zu entziehen.
Die Mutter stellte Richards Probleme folgendermaßen dar: Er pflegte außerordentlich häufig die Schule zu schwänzen und sei einmal die ganze