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Das Bekenntnis des bewährten, an der Universität Neapel lehrenden Vertreters der klassischen Philologie zu Grundanschauungen und Leistungen der Psychoanalyse ist dankbar zu begrüßen. Aus den Ergebnissen dieser schönen und gründlichen Studie sollen einige hier mitgeteilt werden.
Die Arbeit C.s zerfällt in zwei Teile. Der erste nimmt zu grundsätzlichen Fragen Stellung. Als Ausgangspunkt dient die Gegenüberstellung der auf Grund der psychoanalytischen
Psychologie zugänglichen Einsichten auf dem Gebiet von Kunst und Mythos und älterer Anschauungen, etwa der natur-mytischen Deutungen, die es versuchten, „die unendliche Mannigfaltigkeit der Mythen“ als Ausdruck „einer banalen und monotonen Allegorie zweier oder dreier Ereignisse der Natur“ zu verstehen. Die Leistung Freuds und seiner Schüler, unter denen der Verfasser Abraham, Rank, Lorenz und Winterstein nennt, wird als Erneuerung von Geist und Wissenschaft unserer Tage durch die Psychologie mit der — außerhalb Italiens vielfach tatsächlich unterschätzten — Umgestaltung der Geisteswissenschaft durch die Geschichtsauffassung des Giovanni Battista Vico (1668-1774) verglichen, nur daß sich noch nicht absehen lasse, zu welchen unerwarteten Anwendungen und Einsichten diese neue psychologische Lehre führen werde.
Falle dem Mythos die Aufgabe zu, durch die Verkleidung, die er dem allgemeinen menschlichen Stoff leihe, anzudeuten, daß, was er berichte, dem täglichen Leben der Menschen glücklicherweise ferne bleibe, so sei die Deutung des mythischen Gehaltes durch das Drama — eine „wesensmäßig psychoanalytische Kunstform“ — von anderer Art: Das Geschehen des Mythos werde aus der Ferne der Zeiten, in der es verschwimme, herabgerufen, um sich vor unseren Augen in einem Kunstwerk, aber zugleich als Ereignis unseres Lebensraumes zu verkörpern: Aus der Legende wird Handlung. Die Handlung aber wird durch die Kunstform, in die sie gekleidet ist — durch die Atmosphäre, in die Musik, Tanz und Poesie die Wechselfälle des tragischen Geschehe