You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Großteil dieses Buches (94 Seiten) stellt eine Zusammenfassung psychoanalytischer Studien über das Ritual und Dogma dar, wobei hauptsächlich, aber nicht ausschließlich Vorschriften des jüdischen Rituals als Ausgangspunkte dienen. Der Verfasser gruppiert sein Material in neun Abteilungen; diese Einteilung führt ihn zu manchem Mißverständnis.
Die erste Abteilung ist der Ambivalenz gewidmet, die als nichtsexuell bezeichnet wird und dadurch im Gegensatz zu den anderen Themen steht. Aber bei der Besprechung der Ambivalenz schreibt C, die Sexualität werde durch einen Faktor kompliziert, der als Ambivalenz bekannt ist. Keine der Abteilungen nimmt auf die aggressiven oder destruktiven Triebhandlungen Bezug, ob diese nun als primäre oder als mit libidinösen Triebanteilen vermischt angesehen werden.
An die Einleitung schließt sich ein komplizierter Überblick (31 Seiten), der mit dem entwaffnenden Zugeständnis beginnt, daß der Verfasser keine besondere Schulung der Psychoanalyse und weder klinische noch sonst praktische Erfahrung besitzt; es handelt sich um Urteile eines „Laien“, um „literarische“ Wertungen. Dieser Überblick ist einer Anzahl von Psychoanalytikern und anderen Forschern zur Beurteilung und Verbesserung übergeben worden. Die klinischen Bemerkungen der Psychoanalytiker werden vom Autor angeführt, im ganzen aber bleibt er durch sie unberührt; er bleibt noch immer bei seiner Meinung, außer freilich wenn der Analytiker ihm zustimmt. So meint C. etwa, daß unbekannt“ (unnamed) oder „unaussprechbar“ (inarticulate) ein besserer Terminus wäre als der Terminus „unbewußt“, und Stekel schreibt ihm: „Auch ich bin Ihrer Ansicht“. Mehrere Analytiker weisen darauf hin, daß die Gesetze des Unbewußten sehr entschieden von denen der bewußten Geistestätigkeit abweichen — C. aber bleibt unbelehrt (mit Stekels Unterstützung).
Der Verfasser meint, daß der Beweis für viele der Behauptungen der Psychoanalyse unzureichend sei, etwa dafür, daß „Träume“, „Scherze“ und „Neurosen“ Wunscherfü